Spitzbuben / Linzer Augen – der optische Star wie bei Oma Tutti

28. Oktober 2026 3 Min. Lesezeit
Vorbereitung 45 Min.
Kochzeit 10 Min.
Gesamtzeit 115 Min.
Portionen 30
Schwierigkeit Mittel
Küche Deutsch
Zum Rezept ↓

In nur 55 Minuten fertig!

Oma Tutti

Spitzbuben gab es bei uns zu Hause nie. Und auch bei meiner Oma wurden sie nie gebacken. Aber das heißt nicht, dass ich keine Erinnerung an sie habe — im Gegenteil. Unsere Spitzbuben kamen von woanders her: aus der Keks-Tauschbörse meiner Freunde.

Diese Tauschbörse war nach den Weihnachtstagen ein kleines Ritual. Überall waren noch Mengen an den verschiedensten Keksen übrig, und die wurden dann unter uns Freunden regelrecht gehandelt — jeder brachte mit, was bei ihm zu Hause noch da war, und tauschte gegen das, was beim anderen besser ankam. Und die Rezepte der Eltern meiner Freunde, die waren durchaus auch sehr, sehr lecker.

Aber die Spitzbuben, die waren etwas Besonderes. Ich meine die mit dem Gelee, der Marmelade innen drin. Die waren begehrt. Warum? Weil sie nicht viele gemacht haben. Spitzbuben waren selten, und genau deshalb waren sie in der Tauschbörse das, was man unbedingt haben wollte — das Tauschgut mit dem höchsten Wert.

Vielleicht ist das bis heute das Schönste an Spitzbuben: Sie müssen nicht aus der eigenen Küche kommen, um unvergesslich zu sein. Man muss nur einmal diesen einen haben dürfen, mit der roten Marmelade drin — und man weiß, warum alle sie tauschen wollten. Damit man sie künftig nicht mehr nur ertauschen muss, kommt hier das Rezept: mürber Mandelteig, ein Klecks Gelee, ein Puderzuckerdeckel. Mehr braucht es nicht.

Sie müssen nicht aus der eigenen Küche kommen, um unvergesslich zu sein.

— Oma Tutti

Rezept: Spitzbuben / Linzer Augen – der optische Star wie bei Oma Tutti

Zutaten

Portionen: 30
  • 250 g Mehl (Type 405)
  • 150 g Butter (kalt)
  • 100 g Zucker (fein)
  • 100 g Mandeln, gemahlen (blanchiert)
  • 1 Stück Ei
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 150 g Johannisbeergelee (ca., oder Himbeergelee)
  • Puderzucker (zum Bestäuben)

Zubereitung

  1. Mehl, Mandeln, Zucker, Vanillezucker und Salz mischen.

  2. Kalte Butter in Stücken und das Ei dazugeben, zu einem glatten Teig verkneten. Nicht überarbeiten.

  3. Teig flach drücken, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen.

  4. Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze (160 °C Umluft) vorheizen.

  5. Teig auf leicht bemehlter Fläche oder zwischen Backpapier 3 mm dünn ausrollen.

    Tuttis Tipp: Dünn ausrollen — 3 mm sind ideal. Zu dick werden die Doppeldecker klobig, zu dünn zerbrechen sie beim Zusammensetzen.

  6. Hälfte der Plätzchen als runde Böden ausstechen, die andere Hälfte als Deckel: rund ausstechen und mittig ein kleineres Loch (oder Lochmuster) ausstechen.

  7. Auf ein Backblech mit Backpapier legen und 8–10 Minuten hell backen, bis die Ränder gerade Farbe annehmen.

  8. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

  9. Böden mit je einem Klecks Marmelade bestreichen, Deckel mit Puderzucker bestäuben und aufsetzen. Mindestens einige Stunden (besser über Nacht) durchziehen lassen.

    Tuttis Tipp: Marmelade mit Bedacht dosieren — ein Klecks genügt. Zu viel quillt beim Aufsetzen an den Rändern hervor. Durchziehen lassen — die Marmelade zieht ein kleines Stück in den Teig und macht die Spitzbuben innen wunderbar weich.

Tuttis Tipp: Deckel erst bestäuben, dann aufsetzen — wenn der Puderzucker auf der noch freien Unterseite liegt, bleibt das rote Auge frei und sauber.

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Zum Backen der Spitzbuben.

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Zum Bestäuben der Deckel mit Puderzucker.

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Varianten & Abwandlungen 🔄

Johannisbeere statt Erdbeere — die Säure ist der Gegenspieler zum mürben, süßen Teig. Erdbeere wirkt schnell flach. Regional wird dasselbe Gebäck auch „Hildabrötchen“ genannt — gern mit Aprikosen- oder Quittengelee. In Österreich heißen sie „Linzer Augen“. Mit Haselnüssen statt Mandeln — etwas herber.

Aufbewahrung & Haltbarkeit 🥫

Ergibt ca. 30 zusammengesetzte Paare. Erst nach dem Durchziehen (besser über Nacht) essen; kühl und trocken in einer luftdichten Blechdose aufbewahren.

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Mürber Mandelteig, ein Klecks Gelee und ein Puderzuckerdeckel – mehr braucht es nicht. Dünn ausrollen, die Marmelade sparsam dosieren und die Spitzbuben durchziehen lassen, dann werden sie innen weich und außen mürbe.

Oma Tutti

Eure Oma Tutti

Häufige Fragen (FAQ)

Warum heißen sie Spitzbuben?

Vermutlich wegen der „verschmitzten“ Optik durch die Marmelade im Ausschnitt; in Österreich heißen sie auch „Linzer Augen“.

Welche Marmelade für Spitzbuben?

Klassisch rotes Gelee (Johannisbeere, Himbeere). Die Säure balanciert den mürben Mandelteig.

Müssen Spitzbuben durchziehen?

Ja, idealerweise über Nacht — die Marmelade weicht den Teig an und verbindet beide Teile.

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